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Sehenswürdigkeiten in Wien

 

Grinzing  

Jeder Wiener hat seinen Stammheurigen, behält die Adresse aber gerne für sich.
Wer Freunde in Wien hat, erfährt vielleicht das Glück, dorthin mitgenommen zu werden.
Entlang der Sand- und Cobenzlgasse und Grinzinger Straße reihen sich einschlägige Heurigenrestaurants im Dutzend.
Sie haben Namen wie "Bach-Hengl", "Feuerwehr-Wagner", "Martin Sepp-Beisel" und "Zum 6er" und bieten ihren jeweils mehreren hundert Gästen ein reichhaltiges Buffet sowie Live-Instrumentalmusik mit Gesang. Ursprünglich hatte eine Buschenschank, wie man originale Heurigenlokale auch nennt, eher einfach, intim, still und preiswert zu sein und lediglich Eigenbauweine auszuschenken, heute freilich ist es häufig ein von Reisebussen umlagerter, völlig kommerzialisierter Massenbetrieb.
Um die jahrhundertealte Tradition zu schützen, wurde deshalb gesetzlich festgelegt, dass echte Buschenschanken während ihrer auf einige Monate im Jahr beschränkten Ausschankzeit am Eingang einen grünen Föhrenbusch und ein Schild mit der Aufschrift "Ausg´steckt" anzubringen haben. Ein weiteres Erkennungsmerkmal für Qualitätsbetriebe ist das Gütezeichen mit dem Text "Original Wiener Heuriger".
Auf einem Spaziergang durch die Weingärten, etwa entlang dem Schreiberbach oder hinüber in das Kahlenbergerdorf, folgt man den Spuren von Franz Schubert und Ludwig van Beethoven, die sich hier gerne von der damals noch unberührten Natur inspirieren ließen. Auf dem Grinzinger Friedhof ruht Gustav Mahler, und in der nahen Heiligenstadt stehen zwei Häuser, in denen der rastlose Beethoven einige Lebensmonate verbrachte: das Beethovenhaus (Pfarrplatz 2) und das Heiligenstädter-Testament-Haus (Probusgasse 6), in dem er seinen berühmten Letzten Willen verfasste und der Welt seine Schwerhörigkeit gestand.
Öffnungszeiten: beide tgl. außer Mo 9-12.15 und 13-16.30 Uhr.

 

Grinzing
Naschmarkt  

Wiens größter Obst- und Gemüsemarkt ist über 500 m lang und zieht alle Vorübergehenden in seinen Bann.
Sein Warenangebot verblüfft durch eine wirklich umwerfende Vielfalt, insbesondere seit immer mehr Händler aus aller Herren Ländern - Türken, Italiener, Chinesen, Araber - Stände gepachtet haben, die exotische Köstlichkeiten aus ihren Heimatkulturen anbieten.
Unter den alteingesessenen Händlern finden sich noch echte Originale.
Die beleibte "Naschmarkt-Standlerin" mit böhmischen oder ungarischen Vorfahren, die im breitesten Dialekt und mit deftigem Charme die Passanten zum Kauf ihrer Schätze ermuntert, gehört zu den Standardfiguren aus dem Wiener Typenpanoptikum. Öffnungszeiten: tgl. 7-18

 

Naschmarkt
Hundertwasser-Haus  

Die kuriose Wohnanlage, die 1985 Ecke Löwen- und Kegelgasse entstand,lockt seither fast ebensoviele Touristen an wie das ehrwürdige Schloss Schönbrunn.
Ihr Schöpfer, der bis dahin vor allem durch seine immer gleichen Spiralen-Bilder bekannt gewordene Maler Fritz Stowasser alias Friedensreich Hundertwasser, hat in dem vieldiskutierten Unikum mit 50 kommunal geförderten Wohnungen seine je nach Perspektive zukunftsweisenden oder verrückten Prinzipien verwirklicht:
Statt Kunststoff verwendete er Keramik, statt Stahlbeton Ziegelwerk und Holz; auf Balkonen und Dächern pflanzte er Buschwerk und Bäume; Wänden und Böden legte er Dauerwellen an; Fenster und Fassaden wurden in allen Farben bemalt.
Alles steht im Zeichen der Unregelmäßigkeit.
Nach und nach drückte der geschäftstüchtige Selbstdarsteller auch der Umgebung seinen Stempel auf. Um die Neugier der Touristen auf das Innenleben seiner Architektur zu stillen (der Zugang zum Wohnhaus bleibt ihnen aus Rücksicht auf die Bewohner verwehrt), gestaltete er gleich gegenüber in dem für ihn typischen Stil das Village, ein kleines, höchst sehenswertes Einkaufszentrum.

 

Hundertwasserhaus
Prater  

Inmitten des Volkspraters erhebt sich das Riesenrad als eines der Wahrzeichen Wiens. 1896/97 errichtete der englische Ingenieur Walter Basset die fast 67 m hohe und 430 Tonnen schwere Konstruktion.
Im Ersten Weltkrieg als Beobachtungsposten beschlagnahmt, im Zweiten durch Bomben beschädigt, erlangte sie als stählerne Kulisse in Carol Reeds Filmklassiker "Der Dritte Mann" Weltruhm.
Heute gehört die circa 14minütige Umrundung für jeden Wien-Besucher zum Pflichtprogramm. (In Betrieb von etwa Mitte Februar bis Anfang Januar, Zeiten unter Tel. 7295430).
Das Viertel rund um das Riesenrad war schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsgebiet mit Meiereien, Kaffee- und Wirtshäusern.
Einige charmante Relikte aus dieser Pionierzeit sind im Pratermuseum ausgestellt (2. Bezirk, Hauptallee, Planetarium beim Riesenrad, Führungen So 15 und 17 Uhr bzw. auf Anfrage, Tel. 7295494).


 

Prater
Stephansdom  

Das Wahrzeichen der Stadt, ein Wunderwerk gotischer Steinmetzkunst, ist 108 m lang und 39 m hoch - die Spitze des Südturms erreicht gar 137 m.
Erst 1579 erhielt der Dom seinen heutigen Helm im Renaissancestil.
Der Nordturm, dessen knapp 60 m hohe Aussichtsplattform bequem per Lift erreichbar ist, birgt die berühmte "Pummerin", eine über 20 Tonnen schwere Glocke, die jeweils zum Jahreswechsel erklingt.
Auf der anderen Seite des Chores erhebt sich der im Unterschied zu seinem nördlichen Gegenstück vollendete Südturm, dessen 343 Stufen man zu Fuß emporsteigensteigen muss. (Turmbesteigung: tgl. 9-17.30 Uhr.)
Unter dem Nordturm führt eine Treppe in die Katakomben hinab. Dort unten liegen nicht nur die Skelette tausender Wiener, die im Zuge der Auflösung des St. Stephans-Friedhofs exhumiert wurden, sondern auch die Urnen mit den Eingeweiden jener Habsburger, die in der Kapuzinergruft bestattet liegen.
Führungen: Mo-Sa 10, 11, 11.30, 14, 14.30, 15.30, 16, 16.30, So, Fei 14, 14.30, 15.30, 16, 16.30 Uhr.

 

Stephansdom
Belvedere  

Der Bauherr einer der schönsten Barockanlagen Wiens, der "edle Ritter" Prinz Eugen von Savoyen, hatte sich im habsburgischen Militärdienst bei der Türkenbelagerung vor Wien bewährt, stieg schnell zum kommandierenden General auf und schlug 1697 im Namen Leopolds I. bei Zenta die Türken, wodurch er Wien die Rückgewinnung Ungarns ermöglichte.
Schon 1693 hatte er sich als junger Marschall vor den Toren der Stadt ein Grundstück gekauft und ließ um die Jahrhundertwende darauf einen Park mit kunstvollen Wasserspielen anlegen.
1714 erteilte er Lukas von Hildebrandt den Auftrag zum Bau des Unteren Belvedere mit freskenverziertem Marmorsaal, Prunkgalerie und reich verziertem Spiegelsaal, das er als Sommersitz nutzte.
1721 begann Hildebrandt mit der Errichtung des Oberen Belvedere, das Repräsentationszwecken dienen sollte. Entsprechend kostbar ausgestattet sind seine Räumlichkeiten: Audienzsaal, Spiegelkabinett, Kunstgalerie, Konferenzsaal und Kaffeezimmer.
Die Gesamtanlage beherbergt heute mehrere außergewöhnliche Museen, u.a. mit Werken von Gustav Klimt.

 

Belvedere
Hofburg  

Von der mittelalterlichen, unter Böhmenkönig Ottokar II. begonnenen Burg ist heute nur die gotische Apsis der
Burgkapelle erhalten.
Mit der Machtzunahme der Habsburger erfolgte auch der weitere Ausbau der Hofburg: Im 16. Jh. entstanden die Stallburg (jetzt Stallungen der Lipizzaner der Spanischen Reitschule, nicht zu besichtigen) und der Amalientrakt (Apartments der Kaiserin Elisabeth als Teil der Schauräume zugänglich).
Im 17. Jh. der Leopoldinische Trakt (seit 1947 Amtsräume des Bundespräsidenten) Im 18. Jh. der Reichskanzleitrakt (nach den Entwürfen der großen Barockbaumeister Lukas von Hildebrandt und Joseph Emanuel Fischer von Erlach, heute Schauräume mi Kaiser-Apartments sowie Hofsilber- und Tafelkammer), die Hofbibliothek (heute Nationalbibliothek) und die Winterreitschule (Vorführungen der Spanischen Reitschule).
Im 19. Jh. folgten - zum Teil auf dem Areal des abgerissenen alten Burgtheaters - der Michaelertrakt (nach einem veränderten Entwurf Fischer von Erlachs) und um die Wende zum 20. Jh. die Neue Burg (heute Dependancen des Kunsthistorischen Museums und der Nationalblbliothek).
Gegenüber der Ringstraße wird der Heldenplatz nur vom Äußeren Burgtor (1821-24 errichtet) begrenzt und läuft auf einer Seite in den Volksgarten aus.

 

Hofburg
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